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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umbau von M32- auf F40-Getriebe beim 1.9 JTDM - möglich! inkl. Kostenaufstellung



ita996
21.12.2016, 16:39
Hallo liebe Gemeinde,

wie vor einiger Zeit angekündigt, nahm ich mir vor das defekte M32-Getriebe gegen das robustere F40 zu tauschen. Nun konnte ich endlich (nach familiären Veränderungen, 2-monatiger Asienreise usw.) das Projekt fertigstellen :mrgreen:
Und natürlich möchte ich euch dies nicht vorenthalten.

Wie viele von euch bestimmt wissen, ist die Reparatur des M32 nicht günstig, zumal bei mir auch nach 200tkm das Schwungrad und Kupplung ohnehin auch fällig gewesen wären. Mein Angebot wären ca. 1500 Euro für die Getriebereparatur inkl. neuem Seitendeckel bei ausgebautem Getriebe gewesen + ca. 500 für das neie ZMS- u. Kupplungskit u. Zentralausrücker.

Da ich keinen Umbauthread in dem Sinne machte, möchte ich hier die benötigten Teile und Maßnahmen inkl. Kosten zusammenfassen:

-gebrauchtes F40 Getriebe aus einem 1.9 CDTI OPEL Signum mit 110kw, da dieser bereits das F40 verbaut hat und somit die Getriebeglocke passen musste aufgrund des gleichen Motors. Das Getriebe des 159 2.0 JTDM wäre mir zu unsicher gewesen um es "auf Verdacht" zu kaufen, außerdem sind diese noch um einiges teurer. Signum-Getriebe gibts um unter 200 Euro gebraucht. Kaufpreis des Getriebes: 140 Euro

-neues Sachs ZMS-Kit inkl. Zentralausrücker aus England für den 1.9 Signum 385 Euro

-hinteres gebrauchtes Getriebelager vom 159 2.0JTDM: 40 Euro

-Schaltwelle, Halteklammer f. Schaltseile u Aufhängungslager fahrerseitig v. 159 2.4: 100 Euro

-Antriebswellen li. u re. vom 159 2.0: 300 Euro

=> 965 Euro + diverse Kleinteile - macht in Summe ca 1000 Euro


Sonstige Maßnahmen:
-der Anschluss der Leitung für die Kupplung ins Getriebe muss vom M32 ins F40 verbaut werden sowie die Leitung anders verlegt werden da sich der Anschluss ein paar Zentimeter versetzt befindet

-Getriebelager fahrerseitig musste modifiziert werden, evtl weil ich das vom 2.4 nahm, das vom 2.0 könnte besser passen

-der Starter musste um ca. 1,5mm herausdistanziert werden da das Schwungrad offenbar etwas näher am Motor sitzt und das Ritzel sonst das Schwungrad berührt hätte

-wollte ursprünglich die 1.9er Antriebswellen mit jenen des 2.4 kombinieren weil keine gebrauchten vom 2.0 zu finden waren - geht nicht da das Tripodegelenk beim 1.9 kleiner ist. Letztendlich konnte ich zwei Wellen vom 2.0 finden.

-das Kugelgelenk eines Schaltseiles musste umgedreht werden

-Eigenbau-Halterung für den Ladedruckschlauch

Über sie Sinnhaftigkeit lässt sich natürlich streiten und um ehrlich zu sein, habe ich auch das ein oder andere Mal daran gezweifelt :D , immer wieder dachte ich mir "ach, hätte ich nur irgendein M32 eingebaut könnte ich schön wieder fahren". Aber ich habe es stets sportlich gesehen. Außerdem möchte ich meine Fähigkeiten nicht ganz verlernen, da ich bereits über sechs Jahre aus dem Mechaniker-Job raus bin aber solche Dinge nach wie vor Spaß machen - besonders das Ergebnis :letsrock:

Das Auto fährt und schaltet wie davor, ob das F40 länger untersetzt ist kann ich nicht sagen da ich keinen Vergleich habe. Jedenfalls kann es bis 400NM gefahren werden :D ob die Kupplung das auch mitmacht, das ist eine andere Geschichte.

Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Alfur
21.12.2016, 17:17
Sehr coole Aktion, und von mir ein dickes
Dankeschön für das Teilen deiner Erkenntnisse.
Ich musste selber erst vor einigen Wochen
mein Getriebe ersetzen, hab aber zum M32
gegriffen. Mir hätte für einen solchen Umbau
die Zeit gefehlt, also zum organisieren der
benötigten Teile. Für mich persönlich wäre
der Umbau aber auch nicht von Vorteil
gewesen. Selbst wenn das überholte
Getriebe von gleicher Qualität wie das
Neuteil ist und genauso lange hält, dann hat
das Auto mit dem Ende des 2. Getriebe
auch das Ende seiner Lebenserwartung
erreicht. Aber wem das Getriebe bei 100TKM
flöten geht, der ist mit diesem Umbau sicher
besser bedient!