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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Druckabbau FES/ Multiscan nicht möglich - was tun?



Tabasco
02.05.2015, 19:06
Hallo Leute, nach ner kleinen Ewigkeit melde ich mich auch mal wieder mit nem kleinen Post, diesmal leider nicht so erfreulich. :cry:

Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist der Druckspeicher meines Selespeet 156er (2l TS Bj2001) total hinüber. Soll heissen:
- Pumpe läuft nur äußerst kurz bei öffnen der Tür (etwa 0,5s)
- aller 30s versucht die Pumpe Druck aufzubauen und bricht den Vorgang nach wieder 0,5s ab
- kein Druckabbau über Multican möglich (Funktion: "Unterdruck im Speicher erzeugen")
Kurz gesagt er macht nichts hörbares wenn ich die Funktion Aktiviere, im Display wird beim erstem mal Fehler 00 angezeigt nach 1s und beim zweiten Ausführen arbeitet er unendlich lang ohne Ergebnis bis ich manuel Abbreche.

Wenn ich die Gänge durchschalte springt der Hydraulikdruck zw. 23-63 bar (23bar bei Schaltvorgang, 63bar wenn unmittelbar die Pumpe dadurch aktiviert wird), und fällt dann rapiede ab. Ohne Schalten fällt der Druck bis etwa 42bar ,dann kommt die Pumpe und drückt bis 63bar in den 0,5s bis sie den Pumpvorgang abbricht.

Ich gehe also davon aus, das die Membrane im Druckspeicher komplett hinüber ist und der Druck nun am Mantelgehäuse anliegt.

Aber nun die Frage: Was mache ich nun, wie bekomme ich das System enlastet?

1. Gibt es die Möglichkeit, eine Zuleitung am Getriebe zu lockern und dadurch den Druck abzubauen?
2. Ich habe einen Ölfilter-Bandschlüssel, Meint ihr man kann es "erhalten" wenn ich den Bandschlüssel in schließrichtung angetze und mit dem Maulschlüssel den Druckspeicher vorsichtig löse? Oder fliegt mir das ganze dann um die Ohren..

Was würdet ihr machen? Bin wirklich auf euren Rat angewießen.
Ich entlaste hiermit auch jeden der mir einen Ratschlag gibt, der u.U. zu einer Verletzung führen kann.
Am liebsten wäre mir die Möglichkeit 1.

Tabasco
02.05.2015, 19:58
Für alle die das selbe Problem haben:
Hab es mit der zweiten Variante gemacht. (Also Bandschlüssel zum gegenhalten)
Ging gut zu halten, man muss aber vorsichtig sein und sich Zeit lassen da die Befestigungsschnalle des Druckspeichers unterhalb im Weg ist, und die Gefahr besteht das die Bandschlinge wegrutscht.
Man kann diese nur am äußersten Gehäuse des Druckspeichers umlegen.

Edit:
Die Aussage ist nicht sicher, da der bei mir angezeigte Druck von ~50Bar NICHT tatsächlich vorhanden war (siehe Post von Belli)! Höchstwahrscheinlich lag der wirkliche Druck hier deutlich niedriger (10Bar oder weniger).

Eddy
02.05.2015, 20:18
Um den Druck abzubauen gibt es viele möglichkeiten.
- Die Pumpe ausstecken (poliger Stecker) und über Nacht warten
- Die Pumpe ausstecken und mit MES oder AlfaOBD den Druck abbauen lassen.
Der Button muss meist mehrere Male gedrückt werden.
Oder in den Einstellungen die Ventile ansteuern

Deine Methode gibt oft nur Sauerei. Geht aber natürlich auch :roll::-D

Nach deiner Beschreibung denke ich mal das auch die Pumpe schon einen Schaden hat.
Und bei den beschriebenen 0,5s Laufzeit würde ich auch auf das Pumpenrelais als Störungsverursacher tippen.

Aber Belli kann dir genaueres sagen.

Tabasco
02.05.2015, 23:23
Der Druckabbau über OBD funktionierte wie gesagt nicht. Auch durch wiederholte Programmausführung nicht.
Die "Sauerei" lässt sich auch leicht verhindern, wenn man wärend des losdrehens des Druckspeichers die Position hält, wenn das Öl das erste mal tröpfchenweise heraustritt und einfach wartet (15-30min).

Läuft alles wieder prima, Entlüftung und Kalibrierung waren dann nach Einbau des neuen Druckspeichers kein Problem.
Die Ventile und die Pumpe werde ich bei der nächsten Gelegenheit zerlegen und gründlich reinigen. + evtl. Dichtungen und Kohlen austauschen. Dazu werde ich mir aber mehr Zeit lassen als ich momentan zur Verfügung habe. Außerdem stand das Auto mitten in der Stadt. Bei meinen Großelter habe ich eine alte Hebebühne zur Verfügung die die Arbeit dann doch erheblich erleichtert.

Die 0,5s resultierten daraus, weil der alte Druckspeicher vollkommen zerstört war und so der Druck bei dem kleinsten Anspringen der Pumpe in die Höhe schoss. Ich gehe davon aus das das System eine elektronische Schutzschaltung besitzt das die Pumpe bei Überdruck nicht beschädigt werden kann.
-> zu hoher Druck -> elektrischer Widerstand steigt rapiede an -> Pumpe schaltet ab.
Das wäre für mich zumindest eine logische Erklärung.
Ich lass mich aber gerne eines Besseren belehren!

Noch eine Frage zu der Bypassschaltung:
Würde es nicht auch Sinn machen einen Kondensator mit ausreichend Kapazität unmittelbar am Stromanschluss der Pumpe paralleel zu schalten? Von dem Hifi Unternehmen Audiotec Fischer gibt es Kondensatoren mit 33.000µF die bis 30V eingesetzt werden können. Ich denke, ich werde es mal ausprobieren, es müsste die Gesamtverbraucher eigentlich entlasten da die Pumpvorgänge wärend der Fahrt nur wenige Sekunden andauern.
!?

Belli
03.05.2015, 00:41
Wenn der Druckspeicher defekt ist, dann wird die Pumpe zu kurz von der TCU über das Relais angesteuert, weil der Druckschalter denkt das binnen 0,5s 10 bar Druck anliegen. Was physikalisch völlig unmöglich ist.
Im Endeffekt wird nur der Druckschalter (Sensor) verarscht bis sich das System (TCU) aufhängt. Der tatsächliche Druck ist gar nicht mehr so hoch wie angezeigt wenn die Membran vollständig durch ist bzw. die Stickstofffüllung völlig entwichen ist.
Wer bei einem (noch) halbwegs intakten DS den Druck, über die Lösung mit locker schrauben ausführt, ist Lebensmüde... Da sind nämlich dann tatsächlich mehr als 50 bar Druck drauf... Und die tröpfeln nicht, die spritzen direkt mit voller Wucht bzw. startet der DS durch...
Und bei der Pumpenrevision nur die Kohlebürsten zu tauschen und zu reinigen ist herzlich Sinnfrei. Wird u.U. nicht lange halten. Und wenn man die eigentliche Pumpe öffnet, dann das abdrücken bis zum Abschaltdruck nicht vergessen ;-) und die Lager erneuern etc. etc.

Tabasco
03.05.2015, 11:29
Im Endeffekt wird nur der Druckschalter (Sensor) verarscht bis sich das System (TCU) aufhängt. Der tatsächliche Druck ist gar nicht mehr so hoch wie angezeigt wenn die Membran vollständig durch ist bzw. die Stickstofffüllung völlig entwichen ist.
Genau DIE Information hatte mir gefehlt. Das erklärt auch, weshalb man das System nicht mehr über über FES entlüften und kalibrieren konnte. Das wird sicher noch einigen hilfreich sein, die über diesen Topic stoßen und in der selben Situation stecken.
Danke Belli !



Wer bei einem (noch) halbwegs intakten DS den Druck, über die Lösung mit locker schrauben ausführt, ist Lebensmüde... Da sind nämlich dann tatsächlich mehr als 50 bar Druck drauf...

Dann ist meine Aussage natürlich auch absolut falsch ...also es ist nicht sicher das man den Druckspeicher mit einem Bandschlüssel halten kann. Wenn auf dem Speicher aber dann noch genügend Druck anliegt sollte der Druckabbau über FES aber ja noch funktionieren.



Und bei der Pumpenrevision nur die Kohlebürsten zu tauschen und zu reinigen ist herzlich Sinnfrei. Wird u.U. nicht lange halten. Und wenn man die eigentliche Pumpe öffnet, dann das abdrücken bis zum Abschaltdruck nicht vergessen :wink: und die Lager erneuern etc. etc.

Logisch! Ich würde natürlich die gesamte Pumpe restaurieren inkl. Lager, ect. Das hatte ich zwar so explizit nicht geschrieben aber das wäre für mich selbstverständlich gewesen. Bevor ich die Pumpe ausbauen werde, würde ich ohnehin zur Sicherheit die Variante wählen das Auto ein paar Tage mit ausgebauter Batterie stehen zu lassen. Nach einer Woche sollte es doch dann keine Probleme mehr geben, oder?

DinoHunter
08.05.2015, 13:39
Bestell dir doch bei Belli eine "frisch renovierte" Austauschpumpe , die funzt dann wenigstens...

Michnik
13.07.2015, 17:14
Pumpenrelais raus und die Gänge durchschalten bis nichts mehr geht baut den Druck auch ab. MES tritt halt stattdessen die Kupplung.