PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neues Haus bauen oder altes kaufen ?



alfapazzo78
10.04.2011, 20:12
Hey Leute ,

wir gedenken ja umzuziehen und stehen vor der schwierigen Frage ob wir uns ein neues Haus bauen (lassen) sollen oder lieber ein älteres kaufen .

Wer von euch hatte solche Pläne auch schon und wie habt ihr euch entschieden ?

Giuseppe
10.04.2011, 20:27
also ich kann dir einiges erzählen, ich persönlich mit meiner eigenen schlechten erfahrung sage NEU bauen, aber bei einem neubau ist es auch nicht ausgeschlossen das da fehler drin sind, es gibt auch alte häußer in guten schuss, letzendlich liegt es an 3 sachen

1. wieviel geld steht zur verfügung
2. will/kann man selbst handanlegen
3. will/kann man selbst das "alte" haus modernisieren

klar ein "altes" haus bekommt man meist günstiger als eins bauen zu lassen, aber eher seltener gibt es ein haus das preislich im rahmen liegt und es ist nix zu machen

vorteil eines neuen hauses ist es das man selbst mit planen kann und es nach seinem wunsch gestalten lassen kann

noch nen verdammt guten tip: bevor du ein gebrauchtes haus kaufst, lass ein oder zwei unabhängige gutachter das haus besichtigen und die beurteilen dann den zustand des hauses, interessante seite wäre "hausinspektor" die haben recht viel positives feedback einfach mal googeln

hätt ich das ganze vorher auch gewusst dann hätt ich mich nicht für mein haus entschieden

Jochen
10.04.2011, 22:03
Pepe hat mit allem recht. Beim alten Haus kannst du nie wissen was drin steckt! Beim neuen können sicherlich auch Fehler passieren, da kannste aber eher noch was tun, bzw siehtst sie evtl noch bevors zugeputzt ist.
Letztens ergab auch ne Studie das es bei über 30% aller Häuser billiger ist das Haus abzureißen und neu zu bauen, als es zu renovieren.;)

Ich würde auf jeden Fall neu bauen wenn ich die möglichkeit habe.:)

Giuseppe
10.04.2011, 22:19
jup, ein "relativ junges haus" ist auch keine garantie, mein haus ist BJ 94 und der keller ist ne reine kathastrophe, rechtstreit läuft (aber warscheinlich hab ich keine guten karten)

desweiteren würd ich bei den neuen "nachbarn" mal nachfragen was sie zum haus erzählen können, viell haben die probleme der früheren besitzer mitbekommen (wenn man nett rüberkommt fangen die von alleine an zu lästern)

man kann auch glück haben, meine tante hat erst diese woche zum zweiten mal ein gebrauchtes haus gekauft, beide male hatten die echtes glück, musste aber in eigenleistung (fließen legen, verputzen usw) einiges tun um den preis noch zum neubau zu gerechtfertigen

wenn es "nur" 50t euros sind dann bau neu, ich geb dir auf jeden fall noch nen tip, wenns nen ehemaliges moorgebiet ist bzw wenn bekannt ist das der grundwasserspiegel steigt dann lass dir auf jeden fall "eine weisse wanne" bauen, das kostet bissel mehr aber dafür haste sozusagen ein haus aufgebaut in einem wasserdichten becken

Frank
10.04.2011, 22:55
Also,
wenn das Geld hast würde ich auch neu bauen aber wenn nicht kannst ein altes Haus kaufen und nach und nach es renovieren so wie wir es machen........

Michel78
10.04.2011, 23:54
Hab ein Haus Bj. 1958 gekauft und kernsaniert. Da ich fast alles selbst gacht habe, hat es ein Jahr gedauert, bis ich das Nötigste zum Einzug fertig hatte. Hab ein gebrauchtes gekauft, dabeiuns ein 350m2 Grundstück 100T€ kostet und dann nur noch ne Pappschachtel ohne Keller und Garage für 150 drin gewesen wäre.

Jetzt hab ich 700m2 und 2 Garagen + Carport.

Wenn Du Zeit hast und viel selber kannst, gebraucht, sonst bauen lassen.

Ich würds wieder so machen, sass heute wieder im Garten und hab zufrieden auf mein Werk geblickt

Giuseppe
11.04.2011, 00:00
da haste auf jeden fall recht, kommst mit einer sanierrung meist güstiger weg, aber wenn du nen kleines haus brauchst, sagen wir mal wohnfläche zwischen 130 und 150m² sind mit platz bei 250t euro realistisch, natürlich regionale preisunterschiede muss man berücksichtigen

man muss schauen ob "in der gegend" günstigere orte gibt,

und das gefühl etwas selbst gemacht zu haben ersetzt dir keiner, das ist ein echt gutes gefühl

SelespeedDriver
11.04.2011, 09:26
Ich würde auch nicht neu bauen, eher gebraucht kaufen und sanieren.
Schon alleine aus dem Grund, weil man bei einem alten Haus meistens einen großen Garten mit kauft.
Schaut euch doch mal die Häuser in den Neubaugebieten an, was die Garten nennen, hat meine Mutter als Terasse ;-)
und dann zahlt man da noch 250.000€ für, meist noch ohne Keller :lol:

Wenn ich mir einen Neubau bauen würde wo Garten und Haus so groß sind wie bei meiner Ma, würde ich locker 350.000- 400.000€ auf den Tisch legen.
Als Altbau ist man bei sonem Haus inkl. Sanierung 200.000 € los, also günstiger.
Man muss nur einiges selbst machen ;-)
Wobei man bei einem Eigenheim eh immer was zu tu hat, das sehe ich ja bei mir in der Familie.

guzzi97
11.04.2011, 11:08
Hi,
Sele hats schön "beschrieben".

beides hat Vor-und Nachteile. Der größte Nachteil beim Neubau ist der Kaufpreis.
Mit allen Nebenkosten ist ein Neubau rund 70 bis 100% teurer als ein gebrauchtes Haus.

Wohl gemerkt, bei einer seriösen Bauträger / Baurfirma.

Ich würde, wenn mann keine Ahnung vom bauen hat, mich für einen "Bauträger" entscheiden, denn, sie bieten alles aus einer Hand an, d.h. Architekt, Bauleitung sowie Ausführung.

Bei seriösen Bauträgern sind u.a. alle jetzigen sowie "zukünftige" Kosten enthalten (ausser Notarkosten).
Zukünftige sind z.b. spätere Forderungen von Erschließungskosten der Stadt / Gemeinde wg. Straßen, Gehwegen, etc.

Im TV gibts schöne Dokus, von Häuslebauer, die "preswert" bauen / gebaut haben und teilweise für alles und jenes zusätzlich bezahlen musste.
Was im Nachhinnein den Bau natürlich um einiges teurer macht.
Daher, nicht "blenden" lassen von den niedrigen Preisen. Hier unbedingt mehrerer Angebote einholen und von einem unabh. Archiktekten sowie die
Verträge vom Notar prüfen lassen.

Beim "gebraucht" Kauf ist das einzige "Problem", die Substanz sowie das Haus ansich.
Hier sollte mann, wenn mann laie ist, sich einen Gutachter holen, der kostet zwar ein bissel was (bis zu 2k €) aber bei 200k€ sind das doch Peanuts :)

Trotz dass ich Handwerker war und meine Frau Jahrzehnte bei einem Bauträger arbeitet, haben wir uns für ein gebrauchtes Objekt entschieden.
Gründe waren u.a.
- der günstige Preis, somit bin ich früher mit dem bezahlen fertig und kann in Ruhe meine Rente geniesen *g*
- sehr "ortsnah", mit dem Fahrrad bin ich in 10min in der City
- innerhalb weniger Wochen nach Renovierung konnten wir einziehen

Ein paar Überlegungen :
- wieviel Geld hast Du zur "Verfügung" (höher der Hypothek, mit mehreren Banken sprechen, Angebote einholen )
- die monatl. Raten bezahlst Du i.d.R. 25 bis 30-Jahre lang.
- zum Kaufpreis kommen noch ~ 10 bis 15% an Nebenkosten (Notar, Grunderwerbssteuer, Eintrag ins Grundbuch, etc.)
- kannst Du es Dir vorstellen, bsi zur Rente oder länger an einem ORT / Haus zu wohnen ?
- ein Verkauf der Immobilie in den ersten 10-Jahren bringt fast immer Verluste, zudem sitzt dir Das Finanzamt im Nacken (Spekulationssteuer)

Grüße

Eddy
11.04.2011, 11:12
@ Nobbi
Wow wie du mit den hunderttausendern so herum wirfst

Es gibt keine Regel Altbau und Sanieren oder Neubauen
Da spielen so viele Faktoren eine Rolle das man keinen Rat geben kann.
diese Faktoren kann man gar nicht alle aufzählen.

Deshalb ist es immer Ratsam (sogar Wichtig) sich einen Gutachter hinzuzuholen der sich die Substanz mal genauer ansieht ( wie Giuseppe anmerkte)
Und selbst dann ist man nicht von Fehlern gefeiht.

Für mich kam kein Altbau in Frage aber das ist rein persönlich zu Entscheiden.

guzzi97
11.04.2011, 11:59
Für mich kam kein Altbau in Frage aber das ist rein persönlich zu Entscheiden.

So ist es, jeder muss für sich selbst entscheiden was er will :)

Ich wollte in der Stadt wohnen und früh mit der Belastung fertig sein *g*, Also ein "Stadthaus" wurde es.

Giuseppe
11.04.2011, 12:10
ja wie man sieht muss man das echt genau überdenken was man will aber eins muss ich loswerden

nobbi meinte "Man muss nur einiges selbst machen :wink:"

das "NUR" muss extra fett herausstechen, denn es ist ein wort das leicht ausgesprochen wird aber es heftig ausfallen kann, dieses wort ist das was mich am rande der verzweiflung bringt, denn es hieß damals bei mir, es muss "nur" bisschen was selbst gemacht werden, daraus wurden 2 jahre tägliche schufterei neben meiner schichtschafferei und somit auch einiges an kraft,gedult und geld gekostet hat, der positive nebeneffekt, ich bin jetzt ein guter hausmeister und allrounder geworden :-D

das mit den "stadthäußern" ist wirklich so ne sache, alle neubauten haben keinen bis winzigen garten, meiner z.B war so klein das ich nach dem umgraben des hauses für die neue dämmung beim wiederaufbau darauf verzichtet hab, ich hab jetzt als abschluss "kies" es wird noch bissel optisch ansprechender kies obendraufkommen, aber alles mit der zeit

guzzi97
11.04.2011, 14:56
..das mit den "stadthäußern" ist wirklich so ne sache, alle neubauten haben keinen bis winzigen garten..

..jepp, ich habe insgesamt ~ 300qm, wobei ~ 50qm auf den Eingangsbereich, 80qm Hausgrundfläche (Mehrgeschossig) und 170qm Garten entfallen.
Wenn ich datt "Riesengrundstück" von ~800qm der Eltern sehe..
nene, ist zwar schön, aber verdammt viel arbeit, vor allem im Frühjahr und Herbst..

Da wir beide berufstätig sind und auch andere Hobbies (Mopped fahrn, Golf, etc. ) haben, reicht datt absolut.
Will ja kein "Sklave" meines Hauses sein :lol:

Das mit dem "selbermachen" ist auch so eine Sache, "mann" muss es wirklich abwägen ob mann es selber macht oder lieber machen lässt.

Ich für meinen Teil hatte kein "Bock" auf eine ständige Baustelle, daher habe ich einiges selber gemacht (Tapezieren, Küche aufbauen, etc.)
Die Böden wiederum (Teppich, Fliesen, Laminat) hat dann ein Fachmann gemacht.
So war das ganze in ~4-Wochen fertig und wir konnten in aller Ruhe einziehen.

Die Gartengestaltung hat meine Frau "übernommen", die schweren, körperlichen arbeiten (planieren, pflastern, etc.) wurden dann wieder vom Gärtner gemacht.

Grüße

alfapazzo78
11.04.2011, 19:44
Also wir ham uns mal ein neues Haus , schlüsselfertig rechenen lassen , inkl. aller Kosten (Bauplatz / Baunebenkosten / Aussenanlage usw , usf ...), das wird mir zu heftig , 350.000 Euro (inkl 85.000 für BP)

Im Moment hängt alles auch ein wenig daran was wir für unser Haus noch kriegen , ham es vor 8 Wochen inseriert und ich sag euch da kommen Kasper vorbei da wirst aggro !!!

Ich will eigentlich net mehr viel selber machen , ich arbeite 3 Schicht und wir ham ja noch unsere 2 Gonzales , hatte gehofft ein gutes renoviertes oder net all zu altes Haus zu finden bis 280.000 wo ich nemme viel machen muss ....

daniel147evo
11.04.2011, 21:37
Also diese Überlegung hatten wir vor zwei Jahren auch. Unsere Wohnung wurde für vier Personen zu klein und wir dachten an ein eigenes Haus. Zuerst dachten wir auch an ein relativ altes und günstiges Haus an dem man noch einiges machen muss, weil wir nicht genau wussten was wir uns erlauben können. Wir haben uns dann mit der Bank unterhalten und nach Häusern geschaut. Nachdem wir einige Zeit gesucht hatten und nichts finden konnten, dachten wir dann so langsam an einen Neubau.

Letztendlich haben wir dann kein sehr altes Haus gefunden, es war gerade 12 Jahre alt und musste aus Trennungsgründen verkauft werden. Wir haben uns sofort darin verliebt und zugeschlagen. Auf den Streß mit dem Neubau hatte ich eigentlich nie richtig Lust und dann war sowas perfekt für uns.

Im Gespräch fanden wir noch heraus, daß der Vater des Vorbesitzers der architekt des Hauses war und den Bau überwacht hat (wohnt nebenan). Für mich war das ein Pluspunkt, denn der Vater wird wohl doppelt so gut beim Bau aufpassen dass nicht gepfuscht wird wenn der eigene Sohn baut.

Es war eigentlich alles gut in Schuß,so daß wir nur Streichen, Tapizieren und Bad neu machen mussten. Das Grundstück ist zwar mit 385 qm nicht das größte, aber ich sehe auch jeden Tag das Nachbargrundstück, das mit zunehmenden alter der Besitzer immer mehr verkommt.

Ich persönlich würde es immerwieder so machen. Also nicht Neubau, nicht Uralt sondern fertig und relativ Jung kaufen.Ich weiß aber auch, daß es ziemlich schwierig ist sowas zu finden.

SelespeedDriver
11.04.2011, 21:43
@ Nobbi
Wow wie du mit den hunderttausendern so herum wirfst
Das war alles auf unsere Umgebung bezogen Eddy, wenn ich alleine die Grundstückspreise hier sehe :shock:
Deswegen sagte ich ja, dass hier voll die kleinen Hütten neu ein Schweinegeld kosten :-s
Edit:
@joe:
man muss ja keinen Altbau von 1920 kaufen, obwohl ein Altbau auch seinen Reiz hat.
aber da ist dann viel mehr als nur etwas zu machen und selbst macht man da auch nicht alles, logisch.
Wenn man sich aber einen Bau aus den 80ern evtl. 90ern kauft, hat man meist nicht viel zu tun, da die sind meist gut in Schuss sind, es sei denn da wurde am Bau gepfuscht.

ausserdem wenn ich etwas von meinen eltern oder Schwiegereltern gelernt habe bezüglich eigenem Haus ist, dass es immer was zu tun gibt.
Ist wie beim Kölner Dom, biste einmal rum, kannste wieder von vorne anfangen :lol:

guzzi97
12.04.2011, 10:45
bzgl. Häuser aus den 80/90ern..sind mehr als zu empfehlen, da sie schon zum Teil gut gedämmt und ausgestattet (Iso-Verglasung, Energiesparende Heizung, etc.) sind.

Meine Hütte hatte sozusagen "gehobene" Ausstattung und das alles zum "halben" Preis, incl. Renovierung, eines Neubaus in der Nähe.

Von daher war die Entscheidung mehr als einfach :), allerdings war die Suche doch etwas langwierig, da wir ja etwas länger drinn wohnen wollen
sollte es natürlich auch zu 90% passen :)

Grüße

Klaus Finanz
26.04.2011, 21:45
- ein Verkauf der Immobilie in den ersten 10-Jahren bringt fast immer Verluste, zudem sitzt dir Das Finanzamt im Nacken (Spekulationssteuer)


Bei selbstgenutzten Immobilien existiert keine Spekulationsfrist mehr.

MerlinGTV
27.04.2011, 03:01
Hallo!

Ich hab hier mal ein Beispiel:
Ich habe eine DHH neu gekauft ohne Keller (Sumpfgebgiet) mit Garage-300qm Grund insgesammt 115 qm Wohnfläche. ist jetzt 18 Jahre alt ich habe seidem 3 Fenster getauscht und nach 18 Jahren nun eine neue Gasheizung eingebaut. Die Heizkosten Vorher und Nachher ca. 800€ Jährlich! - Gesamtkosten 160000€.

Mein Bruder hat vor 8 Jahren gebraucht gekauft: Saniert immer noch, mittlerweile Heizung - Isolierung - Innenausstatung 130qm Wohnfläche. Trotzallem immer noch 3 fache Heizkosten. Ist aus den 60er Jahren und er ist auch schon weit über 200000€ angekommen. Beim Kauf sah eigendlich alles noch solide aus. Es hätte der Klinker entfernt werden müssen damit von Aussen eine moderne Isolierung angebracht werden kann. Die Isolierung der bestehenden Substanz ist unheimlich aufwendig und im Vergleich zur Aussenisolierung nicht effektiv genug. Die neuen Fenster vor dem Einzug haben sich als nicht ausreichend erwiesen. Er braucht ca. 3500l Heizöl. Die Hälfte gleicht er mit Brennholz aus und hackt sich einen Wolf. Mitlerweile hat er einen Tennisarm und die Schulter schmerzt.

Michel78
27.04.2011, 05:10
Da hat Dein Bruder aber Alles gemacht nur anscheinend nichts richtig.

Mein Haus Bj.58 saniert die letzten 3 Jahre 950 Liter Heizöl und 8 Meter Holz im Schnitt. Macht 110€ pro Monat, Holz ist ofenfertig und wir sitzten nie im Pullover auf der Couch.

Heizung ist eine Viesmann von 91 und es gibt kein Solar. es geht also auch anders.:wink:

Ich würde es wieder machen und überlege eine weitere Immobilie als Geldanlage zur Vermietung zu sanieren.

Klaus Finanz
27.04.2011, 08:39
Es gibt bestimmt keine allgemeingültige Antwort.

Viele hier haben eindeutig handwerkliches Geschick und genug Fachwissen. Trotzdem kann das gebrauchte Objekt ein Fass ohne Boden werden. Umgekehrt ist ein Fehlgriff genauso möglich. Es muss nicht immer ein unseriöser Bauträger sein, denn er arbeitet ja auch nur mit Subunternehmern und Zuliefern. Und wenn einer von denen an der falschen Stelle spart oder Dich bewusst betuppen will hast Du auch die A*-Karte gezogen.
Mein Tip:
- beim Neubau versuche an "alte" Kunden Deines Vertragspartners zu kommen und kläre seine Gewährleistungs- und vor allem Fertigstellungsqualität. Zahle NIE im voraus, sondern immer nur das, was geleistet wurde (Makler- und Bauträgerverordnung). Bei "angeblich" getrennten Geschäften - Grundstückskauf und Werkvertrag - darf es keinen wirtschaftlichen Zusammenhang zwischen Grundstücksverkäufer und Haushersteller geben, da Du dann doch die Grunderwerbsteuer vom Gesamtpreis und nicht nur vom Grundstückspreis zahlst. Generell ist aber ein Gesamtgeschäft beim Neubau zu bevorzugen, da sich hier der Haushersteller nicht herausreden kann, dass er das eine oder andere nicht angeboten hat und das die Leistung des Bauherren sei. Beim Gesamtgeschäft kaufst Du ein Stück Haus mit Grundstück.
- beim Gebrauchtobjekt gibt es immer einen Grund für den Verkauf und den musst Du herausfinden. Wie Giuseppe schon gesagt hat gibt es immer einen Nachbarn und der weiss oft mehr als man glaubt. Gutachter bringen immer was. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass kleine Sanierungsfirmen für eine Bestandsaufnahme viel interessanter sind. Mache mit denen folgenden Deal: Bestandsaufnahme und Sanierungsplan mit Kostenschätzung. Diese Kalkulation zum Festpreis. Du weisst ja, dass er es am Ende des Tages nicht sanieren wird und der Fairnis halber soll er ja seinen Aufwand bezahlt bekommen. Du hast jetzt aber eine Liste mit Material- und Lohnkosten und evtl. eine Zeitschätzung und kannst jetzt selbst zwischen Eigenleistung und Machen-lassen entscheiden.

Hoffe ich konnte helfen

Viel Glück

diabolic
27.04.2011, 11:26
mahlzeit.

leider gibt es dafür wirklich kein patentrezept und auch die kostenrechnung ist von immobilie zu immobilie eine andere.
ich bin ein klarer verfechter des neubaues, weil du hier einfach von grund auf den stand der technik realisieren kannst
und auch noch platz für zukünftige ideen mit einplanen kannst.

bei sanierungsobjekten ist es äusserst schwierig, mit annehmbaren mitteln auch den gleichen stand zu erreichen,
hängt aber vom jeweiligen objekt auch stark ab. sanierungs- und planungskosten sind auch deutlich! teurer als beim
neubau, denn zur ausführung kommt auch immer eine bestandsanalyse hinzu. und genau hier warten dann die ganzen
überraschungen, vor allem wenn nicht direkt nach plan gebaut wurde. viele bereits sanierte objekte sind auch kaputtsaniert,
sodass du ein unakzeptables wohnklima hast, bzw. du nen grünen daumen für die schimmelpilzzüchtung bekommst.

viele dinge, die einen wirtschaftlich in den ruin treiben können, kann auch ein unabhängiger gutachter nicht erkennen,
ohne destruktive verfahren anzuwenden. du hast hier also keinen 100%igen schutz.

natürlich kannst du auch beim neubau nicht alle eventualitäten mit einbringen und letztendlich ist jedes quentchen
sicherheit für die zukunft auch ein massiver einschnitt in der baukostenplanung (bsp: steigender grundwasserspiegel).


vor allem bedeutet beides immer viel stress, schlüsselfertig hin oder her.
wenn du neu baust, willst du selbst verschiedene sache kontrollieren, um
dir auch sicher zu sein. das kostet irgendwann auch mal nerven.
bei einer gebrauchten immobilie mit sanierungsbedarf, ist dieser natürlich
genauso gegeben. da ist ein miethaus eventuell doch auch die bessere alternative,
da du bei nichtgefallen wieder ausziehen kannst.

MerlinGTV
27.04.2011, 12:50
...ich wollte nur das Risiko der Kostenfalle darstellen.Wenn erstmal 200000 drinstecken kann man das nicht einfach abbrechen und muß das dann durchziehen um nicht Unsummen zu verlieren.

Klaus Finanz
27.04.2011, 12:57
...ich wollte nur das Risiko der Kostenfalle darstellen.Wenn erstmal 200000 drinstecken kann man das nicht einfach abbrechen und muß das dann durchziehen um nicht Unsummen zu verlieren.
Ich denke auch, wenn Du einmal angefangen hast, musst Du das durchziehen. Eine Baustelle zu verhaufen ist dann wohl die grösste Geldvernichtung

Rudolf
27.04.2011, 20:03
Ich würde eher zum Gebrauchthaus tendierten.

Allerdings würde ich warten keine allzu großen Kompromisse bei der Hausauswahl machen (wobei ich eher konservativ bin).

Außerdem würde ich - obwohl das Zusatzkosten verursacht - jedenfalls ein Ankaufsgutachten erstellen lassen um unliebsame Überraschung zu vermeiden. Die Vertragserrichtung würde ich auch unbedingt einem Fachmann überlassen.

Änki
05.05.2011, 07:49
Also ich habe tagtäglich mit Immobilien zu tun, denn ich begleite die Finanzierung unserer Kunden.

Und ich würde sagen nimm ein bestehendes Haus. Suche genau und schaue dir alle baulichen Maßnahmen an, die daran gemacht wurde. Lass dir Rechnungen und Architektenunterlagen genau zeigen. Meine Eltern haben es auch so gemacht und ein super Haus gekauft.

Bei einem Neubau musst du auf extrem viele Sachen achten, die Laie gerne mal übersehen. Und dann lassen sie sich auf Baufirmen ein, die ihnen mehr Pfusch als Haus verkaufen bzw. Bauen. Man muss bei einem Neubau sehr darauf achten, wer welches Gewerk am Haus macht. Die Finanzierung wird oft von den Beratern zu knapp kalkuliert und dann stehst du da und musst nachfinanzieren.

Bedenke dies bitte alles.

Änki
05.05.2011, 07:53
Hi,
Sele hats schön "beschrieben".

beides hat Vor-und Nachteile. Der größte Nachteil beim Neubau ist der Kaufpreis.
Mit allen Nebenkosten ist ein Neubau rund 70 bis 100% teurer als ein gebrauchtes Haus.

Wohl gemerkt, bei einer seriösen Bauträger / Baurfirma.

Ich würde, wenn mann keine Ahnung vom bauen hat, mich für einen "Bauträger" entscheiden, denn, sie bieten alles aus einer Hand an, d.h. Architekt, Bauleitung sowie Ausführung.

Bei seriösen Bauträgern sind u.a. alle jetzigen sowie "zukünftige" Kosten enthalten (ausser Notarkosten).
Zukünftige sind z.b. spätere Forderungen von Erschließungskosten der Stadt / Gemeinde wg. Straßen, Gehwegen, etc.

Im TV gibts schöne Dokus, von Häuslebauer, die "preswert" bauen / gebaut haben und teilweise für alles und jenes zusätzlich bezahlen musste.
Was im Nachhinnein den Bau natürlich um einiges teurer macht.
Daher, nicht "blenden" lassen von den niedrigen Preisen. Hier unbedingt mehrerer Angebote einholen und von einem unabh. Archiktekten sowie die
Verträge vom Notar prüfen lassen.

Beim "gebraucht" Kauf ist das einzige "Problem", die Substanz sowie das Haus ansich.
Hier sollte mann, wenn mann laie ist, sich einen Gutachter holen, der kostet zwar ein bissel was (bis zu 2k €) aber bei 200k€ sind das doch Peanuts :)

Trotz dass ich Handwerker war und meine Frau Jahrzehnte bei einem Bauträger arbeitet, haben wir uns für ein gebrauchtes Objekt entschieden.
Gründe waren u.a.
- der günstige Preis, somit bin ich früher mit dem bezahlen fertig und kann in Ruhe meine Rente geniesen *g*
- sehr "ortsnah", mit dem Fahrrad bin ich in 10min in der City
- innerhalb weniger Wochen nach Renovierung konnten wir einziehen

Ein paar Überlegungen :
- wieviel Geld hast Du zur "Verfügung" (höher der Hypothek, mit mehreren Banken sprechen, Angebote einholen )
- die monatl. Raten bezahlst Du i.d.R. 25 bis 30-Jahre lang.
- zum Kaufpreis kommen noch ~ 10 bis 15% an Nebenkosten (Notar, Grunderwerbssteuer, Eintrag ins Grundbuch, etc.)
- kannst Du es Dir vorstellen, bsi zur Rente oder länger an einem ORT / Haus zu wohnen ?
- ein Verkauf der Immobilie in den ersten 10-Jahren bringt fast immer Verluste, zudem sitzt dir Das Finanzamt im Nacken (Spekulationssteuer)

Grüße

Vom Bauträger würde ich abraten, da diese meistens auf großen Komplexen bauen und du dann ein Grundstück erwirbst, was ca. 100 m² groß ist und dies wäre kein Traum von einem Haus. Ich sehe Bauträgerfinanzierungen tag täglich und würde immer davon abraten. Da auch jedes Haus und jeder Garten gleich ist. Bauträger bauen sehr sehr selten nur ein Haus sondern eher eine ganze Kolonie und da möchte ich persönlich niemals wohnen. Und so gut sind diese auch nicht.

Michel78
05.05.2011, 14:33
Ein Arbeitskollege baut gerade. Ich hätte schon jemanden kalt gemacht. Bank, Bauträger, Gewerke nix läuft, laufend Verzögerungen und keine Kohle. Ist jetzt so weit, dass der Muttertagsausflug nicht statt finden kann, da er seine ganze Kohle zur Zwischenfinanzierung verbraucht hat.

Änki
05.05.2011, 15:34
jup eben drum. Bei solch einem Bau brauch man Kontakte und handwerkliches geschick, damit es wenigstens etwas läuft!

Eddy
05.05.2011, 16:00
Ich muss da Änki voll zustimmen.

Kaum Handwerkliche Kenntnisse und beschränkt Finanzielles in der Rückhand sind sehr schlechte Voraussetzungen zum Hausbau
da ist es gleich ob Neubau oder Altbau.

hirnwurst
31.05.2011, 20:30
Ich würde auch nicht neu bauen, eher gebraucht kaufen und sanieren.
Schon alleine aus dem Grund, weil man bei einem alten Haus meistens einen großen Garten mit kauft.
Schaut euch doch mal die Häuser in den Neubaugebieten an, was die Garten nennen, hat meine Mutter als Terasse ;-)

Da kann ich nur zustimmen.
Wir haben ein Haus aus den 50ern gekauft, auf einem Grundstück, aus dem man heute mindestens zwei machen würde. Zudem liegt es zentrumsnah, was man von den Neubauten nicht behaupten kann. Die stehen ja in der Regel legebatterieähnlich in recht abgeschotteten, meiner Meinung nach einfältigen Neubaugebieten. Dort wäre es mir schonmal grundsätzlich zu ruhig und zu steril.
Aber mei, ist wie immer Geschmackssache. :)

Ich denke Pro und Contra wurde schon ausgiebig diskutiert. Was ich an der "gebrauchten" Immobilie persönlich genieße, ist, dass Bauprojekte feingranular geplant und finanziert werden können (sofern man keine Ruine erworben hat). Bleibt einfach überschaubar. Zudem wird man sehr kreativ, was Bauprojekte innerhalb der vorgebenen Baustruktur angeht. Das würde man in einem Neubau so nie realisieren, da total abstrus. Aber ein Kamin mitten im Wohnzimmer mit Holzofen davor ist total stylish und einfach nur... geil! :D

Jochen
31.05.2011, 21:05
Also wir werden im September ein Grundstück (ca500qm) kaufen und dann wird darauf ein Haus gestellt.:)

diabolic
01.06.2011, 11:57
mahlzeit.


ich finde es bei den ganzen neubauten nur immer schade, wenn sich die bauherren letztendlich
dazu entscheiden, sich eine lieblose kiste im bungalowstil hinklatschen zu lassen, auf einer fläche,
die gerade ausreicht um die mindestabstände zur nachbarbebauung einzuhalten (-500m²).

hinzu kommt noch, dass die grundrisse meist auch nicht wirklich intelligent sind, da irgenwelche
standartlösungen genommen wurden.
dann entsteht in der regel ein weiteres von x tausend abreissenswerten objekten, denen niemand
nachtrauern wird.

wenn man mal bedenkt, was teils die leute für ansprüche an ein auto stellen, dass ja in der regel
ein zeitlich limitierter wegbegleiter ist und wie anspruchslos diese dann beim hausbau sind, wo es
sich meist um ein lebenslanges eigentum handelt, dann muss da irgendwas falsch gelaufen sein.
eigentlich müssten all jene dann auch nen dacia logan vor der tür zu stehen haben.

natürlich argumentieren die meisten dann mit der wirtschaftlichkeit, was aber auch nur ne faule ausrede
ist, denn man kann auch intelligent, anspruchsvoll und günstig bauen! aber man kann es ja verstehen.
so eine kiste ist in wenigen stunden fertig projektiert und individuallösungen kosten halt zeit.

naja, schade drum.
zum glück gibt's ausnahmen.

147 GTA
01.06.2011, 13:23
Vom Bauen mit Bauträger würde ich auf alle Fälle abraten.
Habe es selbst gemacht und damit Erfahrungen aus 1.Hand.

Bauträger haben nur ein Interesse, und das ist Ihren Gewinn zu maximieren.
Das führt dazu, dass die Handwerker extrem in den Preisen gedrückt werden und dass wiederum nur die Handwerker mitmachen die ich nicht auf meiner Baustelle sehen möchte.

In Sachen "Fertighaus" hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan.
Grundsätzlich leuchtet es jedem ein, dass in einer trockenen Halle sämtliche Installationen einfacher, genauer und auch deutlich besser umgesetzt werden können, als dass auf einer nasskalten Baustelle der Fall ist.
D.h. die Qualität eines Fertighauses (gibt es auch in Massivbauweise) ist deutlich höher, als von einem herkömmlich erstellten "Prototyp".
Meist auch günstiger und einfacher in der Abwicklung.
Auch ist der gestalterischen Freiheit heute kaum noch eine Grenze gesetzt.
Sofern man nicht ein Haus vom Stararchitekten braucht, findet hier jeder das passende Objekt.

Der Kauf eines bestehndes fast neuen Objektes ist sicher auch sehr interessant.
Die möglichen versteckten Mängel sind aber nicht erkennbar, da man beim BAu nicht dabei war und somit nicht wirklich beurteilen kann was evtl. schiefgelaufen ist.

Beim alten Sanierungsbedürftigen Haus würde ich nur zuschlagen, wenn das Grundstück bzgl. Lage und Grösse eine Sensation sind.

Zusammengefasst:

1. Bauen mit Bauträger - Finger davon
2. Herkömmlich Bauen - sehr grosser persönlicher Aufwand an Zeit, Nerven und Geld
3. Fertighaus - höchste Planungssicherheit, beste Qualität
4. Neuwertiges bestehendes Haus - sehr interessant, selten zu finden, versteckte Mängel nicht erkennbar
5. Altes Haus - nur wenn Grundstück absolut top

Gruss
Stefan