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bellamacchina
10.11.2009, 21:26
Schock für Fußballfans:
Nationaltorwart Robert Enke ist tot


Hannover - Fußball-Deutschland steht unter Schock: Nationaltorwart Robert Enke ist tot. Das bestätigten der Präsident des Bundesligisten Hannover 96, Martin Kind, und die Polizei am Dienstagabend. Enke wurde 32 Jahre alt. „Das ist ganz furchtbar“, sagte Kind. Ersten Erkenntnisse der Polizei deuten auf einen Selbstmord hin. Der achtmalige Nationalspieler war gegen 18.25 Uhr von einem Zug erfasst und tödlich verletzt worden, teilte die Polizei mit. Es gab polizeiliche Untersuchungen an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge, in der Nähe von Enkes Wohnort.

Kind war von der Sitzung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) aus Frankfurt/Main zurückgekehrt, am Flughafen bekam er den schockierenden Anruf. „Man rechnet mit vielem, aber nicht mit so etwas“, sagte Kind der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Ich weiß nicht, warum es und wie passiert ist“, sagte Kind. Der 96-Chef ist sich sicher, „dass es nichts mit Fußball zu tun hat“.

Robert Enke ist nach Angaben des Präsidenten von Hannover 96, Martin Kind, gestorben.
(Foto: dpa)



Enke hatte wegen einer Erkrankung, die als Bakterien-Infektion des Darmes angegeben wurde, vier Länderspiele verpasst. Er war auch nicht für die beiden Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste am 14. und 18. November eingeladen worden. Löw hatte dem Hannoveraner aber deutlich signalisiert, dass er weiter ein Favorit auf die Nummer eins bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika sei. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erfuhr erst unmittelbar nach der Rückkehr vom ersten Training in Bonn von der Katastrophe.„Er war labil“, berichtete Kind. Das sei in der Öffentlichkeit wohl nicht aufgefallen. „Er hat das überlagert“, erklärte der 96- Clubchef. Der verheiratete Fußballprofi und seine Frau hatten vor drei Jahren ihre Tochter Lara im Alter von zwei Jahren verloren, die an einem angeborenen Herzfehler litt und im Krankenhaus starb.

Nach der EM und dem Rücktritt von Jens Lehmann war Enke bald Stammtorhüter der DFB-Auswahl geworden. Sein erstes Länderspiel bestritt Enke vor zwei Jahren beim 0:1 gegen Dänemark. Bereits beim Confed Cup 1999 hatte er zum DFB-Kader gehört, blieb aber ohne Einsatz. Insgesamt hütete er in sechs von elf Länderspielen in der Saison 2008/09 das Tor. Löw hatte sich allerdings nicht ausdrücklich für Enke als neue Nummer Eins ausgesprochen, so dass sich dieser auch weiterhin dem Konkurrenzkampf gegenüber Rene Adler, Tim Wiese und Manuel Neuer stellen sollte.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) zeigte sich tief betroffen vom Tod Robert Enkes. „Deutschland verliert einen Ausnahmesportler und einen sensiblen Menschen, der für viele ein Vorbild war. Wir trauern um ihn und unser Mitgefühl ist bei seiner Frau, seiner Familie, seinen Angehörigen und vielen Freunden“, sagte Wulff am Dienstagabend nach einer Mitteilung der Staatskanzlei. :(

Er hat seine persönlichen Schicksalsschläge anscheinend nicht verarbeiten können...

Mein Beileid seiner Frau

Matthias

Deik
10.11.2009, 21:42
Habe es auch vorhin erfahren.......total krass

Rest in Peace Robert Enke

Eddy
10.11.2009, 22:10
Es ist sicherlich für kaum einen nachzuvollziehen was in Ihm vorgegangen ist.
Solche Schicksalsschläge sind nur sehr schwer zu verdauen.
Leider hat er nicht mehr ins Leben zurück gefunden.

Schade

SelespeedDriver
10.11.2009, 22:14
Krass 8O
Muss schon heavy gewesen sein, wenn man sich das Leben nimmt :?

Belli
10.11.2009, 23:46
Naja tragisch tragisch... möge er in Frieden ruhen...

mein Mitleid für Suizid hält sich allerdings in Grenzen...

denkt so ein Selbstmörder (egal wer) mal an die, welche den Dreck dann von den Gleisen pobeln, unter der Brücke das Blut wegmachen und das Hirn aufkratzen, die einen vom Strick schneiden oder was die sich sonst noch so einfallen lassen um von uns zu gehen??????? NEIN! OK die haben es hinter sich... aber die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei die Bilder noch lange vor Augen.
Wenn man Nächtelang von abgetrennten Gliedmaßen und Köpfen träumt... da hilft auch kein Psychoonkel... da muß man selbst durch...

Ich hab (leider) schon genug davon gesehen in meiner langen Zeit bei der Berufsfeuerwehr...

OK... mich juckts irgendwie nicht mehr wirklich sowas zu sehen... abgestumpft könnte man sagen...
Hart ist es trotzdem...

in diesem Sinne...

gute Nacht!

Gruß Belli

Eddy
11.11.2009, 18:09
Hi Belli

In gewisser Weise muss ich dir Recht geben.
Nur kann sich keiner der keine Depressionen hat , Vorstellen in welchen Zwispalt derjenige ist.

Aber richtig
Meine Gedanken sind auch beim Zugführer


Eddy

Deik
11.11.2009, 18:45
Nur kann sich keiner der keine Depressionen hat , Vorstellen in welchen Zwispalt derjenige ist

EXAKT so siehts aus.....ich habe sehr lange unter starken Deprissionen gelitten, die ich immer wieder noch habe aber nicht mehr so stark wie vor 3 jahren ca. und deshalb weiß ich das das von der einen auf die anderen Sekunde umschwenken kann und man keinen Bock mehr hat alles zu ertragen etc. etc.

Es gibt Menschen bei denen das Stärker ist und bei anderen halt nicht.....bei vielen geht das weg durchs Glücklich sein( bei anderen halt nicht und wird schlimmer und schlimmer....

Man sollte Depressionen nicht unterschätzen :!:

Für den Enke war Fusball die entscheidende Ablenkung von all seinen psychischen Problemen, aber am Ende wurde das wohl zu Krass...das ist meine Meinung dazu

Marcel
11.11.2009, 19:48
Probleme hin oder her, ich finde es unverantwortlich, eine junge Familie zurückzulassen.
Dieser Mann hat eine Verantwortung zu tragen. Und das nicht nur finanziell.

Jetzt hinterlässt er eine Frau, die vor wenigen Jahren ein Kind verloren hat, und ein neun Monate altes Adoptivkind, welches jetzt nicht nur ohne leibliche Familie, sondern dazu auch noch ohne Ziehvater aufwachsen muss.

Wenig Verständnis habe ich aber auch für seine Witwe, die zu allem Überfluss schon heute eine Pressekonferenz geben muss und zu aller Überraschung relativ gefasst wirkte. War wohl absehbar...

Die Person, die mir Leid tut, und zwar richtig, ist die Adoptionstochter.

Belli
11.11.2009, 20:43
Marcel, recht haste...

Ich weiß das Depressionen eine schlimme Sache sind, aber dafür gibt es prof. Hilfe. Bei manchen hilfts bei einigen nicht... die nehmen sich irgendwann das Leben... aber wie ich schon schrieb... es gibt andere Methoden... die auch diejenigen nicht so belastet die "aufräumen" müssen.

Ich kenn einige gute "nun EX Kollegen" die daran selbst kaputt gegangen, egal ob Suff oder sonstwas.
Und gerade freiwillige Kräfte, die sowas eher selten sehen, im gegensatz zu den Berufsfeuerwehren... haben teils lange dran zu "knabbern" und manche vergessen es nie...

egal.. genug von dem Thema...

ciao Belli

Eddy
11.11.2009, 21:13
Probleme hin oder her, ich finde es unverantwortlich, eine junge Familie zurückzulassen.
Dieser Mann hat eine Verantwortung zu tragen. Und das nicht nur finanziell.


Wenn das mal so einfach wäre :???


Eddy

Ninje
14.11.2009, 16:07
Ich glaube wenn man richtig krank ist...merkt man oder begreift man vielleicht vieles nicht mehr so..

Meine Oma hatte auch starke Depressionen und ist zum Fenster raus...ich denke wenn du richtig tief in so einer Depression drin steckst dann denkst nimmer über sowas nach...wer zurück bleibt oder was mit den Helfern ist... :(

Man sollte niemand verurteilen - klar ist es scheisse für die die zurück bleiben oder die "aufräumen" müssen aber wie gesagt wenn man krank ist und nicht mehr man selbst...ich glaube das ist schwer zu beurteilen wenn man sowas nicht selbst erlebt hat :| Und klar gibts andere Möglichkeiten ein Ende zu setzen aber vielleicht wars auch ne Kurzschlussreaktion...man weiss nicht was da letztendlich passiert ist..

Recht habt ihr in gewisser weise alle miteinander...

Marcel
14.11.2009, 16:13
Was man bei einem "vor den Zug-Springer" nicht vergessen darf.
Das Leben des Zugführers ist im Arsch.

Giuseppe
14.11.2009, 18:24
danke marcel, du trifft alle wichtige argumente

bellamacchina
16.11.2009, 14:03
Was man bei einem "vor den Zug-Springer" nicht vergessen darf.
Das Leben des Zugführers ist im Arsch.

Warum ???

Wenn er damit nicht klarkommt, gäbe es psychologische Hilfe.

Mal etwas krass ausgedrückt: Der Zugführer wird ausser, das er einen Menschen auf den Gleisen vielleicht noch gesehen hat, vom eigentlichen Aufprall (so gut wie) nichts mitbekommen haben.

Da wären wohl sämtliche Autofahrer, denen mal ein Mensch, schlimmstenfalls sogar ein Kind, vors Auto gelaufen ist, doch wesentlich direkter betroffen.

Aber jeder Mensch ist halt anders und verarbeitet so ein Trauma auf seine Weise. Der Eine mehr und besser, der Andere nicht.

Ciao Matthias

diabolic
16.11.2009, 14:21
psychologische hilfe gibt es in jedem fall, aber hier muss ja noch mehr geleistet werden,
denn es war schliesslich nicht irgendwer, sondern sportprominenz, die sich da hat
überrollen lassen. nun lass man den zugführer noch fussball-fan sein, der nun im gewissen
sinne auch den nationaltorwart auf dem gewissen hat. klar stimmt das nicht wirklich, aber
die meisten werden sich das selbst einreden: hätte ich, wäre ich, etc ...

trotzdem finde ich es absolut verwerflich, einen suizid so dermaßen zu glorifizieren, wie es
derzeit stattfindet. die ersten trittbrettfahrer sind schon unterwegs und neben dem daraus
resultierenden wirtschaftlichen schaden, sind die verletzungen/tötungen auch nicht zu verachten.

für mich ist ein suizid, aus welchen gründen auch immer, die maxime des egoismus, wobei
der herr enke sicherlich eine bessere hilfe hätte in anspruch nehmen können, als der otto-normal-
verbraucher der eben in der medizinischen klassengesellschaft ein paar stufen drunter steht.

sicherlich mögen depressionen auch schwerwiegende krankheiten sein, aber man muss auch immer
versuchen probleme zu lösen. klappt das nicht alleine, gibt es nunmal hilfe. und für herrn enke hätte
es eben wesentlich bessere hilfe gegeben, hätte er sich geöffnet. und nun gibt es neben dem zugfahrer,
den eventuellen passagieren und der familie, sowie den einsatzkräften, eine menge personen, die darunter schwer leiden müssen, weil wieder einmal jemand mehr nicht mit der welt klargekommen ist.
das nun auch noch der fussballbund mit irgendwelchen anderen problemchen kommt, ist zwar richtig,
aber zu diesem zeitpunkt auch etwas makaber.


aber das ist mal wieder typisch für deutschland. tritt ein bürger in einen haufen mist, interessiert es keine sau. macht das aber ein prominenter, sind die blätter voll.